Mit dem Namen Lucrezia Borgia sind viele negative Assoziationen verbunden. Sie gilt als eine frühe Form der Femme fatale, als machthungrige und über Leichen gehende Frau, die alles Erdenkliche tut, um ihre Ziel zu erreichen. Weiterhin werden ihr auch inzestuöse Beziehungen zu ihrem Bruder Cesare Borgia und ihrem Vater, den späteren Papst Alexander VI.
nachgesagt. Nicht erst so genannte Geschichtsforscher haben dieses Bild geprägt. Auch zu Lebzeiten musste Lucrezia sich mit schweren Beschuldigungen auseinandersetzen, die von Inzest über Unzucht bis hin zum Mord gehen. Die Renaissance-Fürstin gilt als die berühmteste Giftmischerin ihrer Zeit.
Doch wie viel ist davon wahr und wie viel erfunden? Es ist kein Geheimnis, dass der Name Borgia für viele etwas Dämonisches darstellt. Ihre gehobene Herkunft aus der Familie der Borgia, einem spanischen Adelsgeschlecht, hat ihr viele Türen geöffnet, ihr aber ebenso von vornherein ein negatives Bild aufgeprägt. Lucrezia Borgia sollte trotz allem als sehr attraktive, intelligente und aufgeschlossene Fürstin in die Geschichte eingehen, sie galt auch als Muse und Gönnerin der gebildeten Köpfe ihrer Zeit und holte viele Gelehrte und Künstler zu sich an den Hof.
Lucrezia hatte das Glück, mit ihrem blonden Haar dem damaligen Schönheitsideal zu gefallen. Ihre Attraktivität und ihr Blondhaar kann man noch heute auf verschiedenen Gemälden von ihr bestaunen. So gibt es von ihr auch eine Zeichnung, die Leonardo da Vinci im Jahr 1502 anfertigte. Im Folgenden wird das abwechslungsreiche Leben der Lucrezia Borgia beleuchtet und diese faszinierende und umstrittene Frau näher vorgestellt.
