Die Borgias

Wie keine andere Familie verkörpern die Borgias noch heute die Machtgier und moralische Korruption des Papsttums. Aus der Familie Borgia kommen immerhin zwei Päpste: Rodrigo Borgia, der als Papst den Namen Alexander VI. annahm, der Vater von Lucrezia Borgia, sowie sein Onkel, Alonso de Borja, Papst Kalixt III.

Spanische Familie

Die Borgia (italienisch) oder Borja (spanisch, valencianisch) waren eine aus Spanien stammende Adelsfamilie. Sie kamen aus der heutigen Autonomen Region Valencia, dem damaligem Königreich von Valencia. Vor allem in Valencia und Xàtiva war die Familie beheimatet, hier finden sich auch heute noch viele Spuren der Borgia Familie. (Siehe auch Route de Borgia).

Aufstieg der Familie Borgia in Italien

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts kamen die Borgias in Italien zu Macht und Reichtum. Mit Papst Kalixt III. (1455-1458) und Papst Alexander VI. (1492-1503) stellte die Familie gleich zwei Päpste in nur einem Jahrhundert. Mit ihrem Machtbestreben und den dafür eingesetzten Mitteln wurden die Borgia auch zum Inbegriff des Nepotismus, man setzte in vor allem wichtige Ämter Personen aus verwandtschaftlichen Beziehungen ein. So ernannte Papst Calixt III. Rodrigo Borgia in jungen Jahren bereits zum Kardinal. Und dieser, als er Papst wurde, scharrte ebenfalls Kardinäle aus der Familie Borja bzw. Borgia um sich. So machte Alexander auch seinen erst 18jährigen Sohn Cesare Borgia zum Kardinal. Dies sorgte ob des Alters ebenso fÜr Schlagzeilen wie dann 1498 die Tatsache, dass Cesare Borgia, die erste Person in der Kirchengeschichte war, die das Kardinalat wieder niederlegte.

Titel der Familie Borgia

Neben zwei Päpsten brachte die Familie Borgia noch einige Kardinäle hervor. Außerdem mit Franz von Borja (Francesc de Borja) einen General der Jesuiten und Heiligen der Katholischen Kirche. Calixt III. und Alexander VI. sorgten als Päpste natÜrlich auch dafÜr, dass Familienmitglieder einiges an Ämtern anhäufen konnten. So war Cesar Borgia Herzog von Valentinois und Herzog von Romagna sowie FÜrst von Andria und Venafro. In Spanien gehörte der Familie das FÜrstentum Gandia.

Niedergang der Borgia-Macht

Zwar brach die Macht der Borgia mit dem Tod Papst Alexander VI. Im Jahr 1503 zusammen, aber ganz beendet war die Geschichte damit noch nicht. Mit Giambattista Pamfili, einem Nachkommen von Alexanders Tochter Isabella, wurde 1644, 141 Jahre nach dem Tod von Papst Alexander VI., wieder ein Verwandter der Borgia auf den Papstthron gehoben. Er regierte als Papst Innozenz X.

Weitere Borgias

Juan Borgia, einer der Söhne von Papst Alexander, wurde Herzog von Gandia. Seine Nachfahren starben erst 1748 aus. Der berÜhmteste, sein Enkel und damit Urenkel von Papst Alexander, von ihnen war Francisco de Borja (1510-1572), der zunächst Herzog war, nach dem Tod seiner Gattin aber auf alle weltlichen Titel zugunsten seines ältesten Sohnes Carlos de Borja y Castro verzichtete und Jesuit wurde. 1571 wurde Francisco de Borja von Papst Klemens X. Heiliggesprochen. Er ist der Schutzpatron von Gandia und gilt als Schutzpatron gegen Erdbeben.

Die Borgias heute

Nach dem das Herzoggeschlecht von Gandia 1748 in der männlichen Linie ausstarb ging der Herzogstitel von Gandia Über weibliche Erbfolgen auf andereFamilien Über. Heute wird der Titel eines Herzogs von Gandia von der Herzogsfamilie Téllez-Girón gehalten. Es gibt allerdings eine nach Ecuador und Chile in SÜdamerika ausgewanderte Familie Borja. Diese fÜhrt sich in direkter männlicher Linie auf Lucas Vicente Joaquín de Borja y Lasteros, Sohn des Francisco José de Borja y Paz Duque de Estrada, einen Nachfahren des Juan Borgia, 2. Herzog von Gandia, zurÜck. Aus dieser ausgewanderten Familie stammte auch Rodrigo Borja Cevallos, geboren 1935,, der zwischen 1988 und 1992 Präsident der Republik Ecuador gewesen ist.

Außerdem gibt es heute noch Familien, die den Namen Borgia de Milà oder Borgia-Lancol heißen. Diese Familien können ihre Herkunft meist auf Töchter aus der Familie Borgia zurÜckfÜhren.

Die Familie Borgia stammte aus Spanien, aus der Nähe von Valencia. Dort gibt es heute die Route der Borgia, eine Touristikstraße, die durch Orte fÜhrt, in denen die Borgias ihre Spuren hinterlassen haben.