Lucrecia Borgia Zweit Ehe mit Alfonso Bisceglie

Lange blieb Lucrezia Borgia nach der Annullierung ihrer Ehe von Giovanni Sforza aber nicht ohne Ehemann. Ihr zweiter Ehmann sollte Don alfonso von Aragon, Herzog von Bisceglie und Prinz von Salerno werden. Dier war ein unehelicher Sohn von König Alfons II. von Neapel aus seiner Beziehung mit Trusia Gazullo. Mit dieser Ehe sollte die Verbindung der Familie Borgia zu Neapel und Spanien gefestigt werden. Wobei es nicht die erste Verbindung zwischen den beiden Familien war, so hatte Lucrezias Bruder Jofré bereits 1494 Alfonsos Schwester Sancha von Aragon geheiratet. Im Juni 1498 wurde der Ehevertrag unterschrieben, im Juli 1498 dann die Hochzeit zwischen Lucrezia und Alfonso Bisceglie abgehalten. Das Paar blieb zunächst in Rom. Lucrezia wurde von ihrem Vater zur Herrscherin von Spoleto und Foligno ernannt.

Am 1. November 1499 gebar Lucrezia Borgia dann in Rom ihren Sohn Rodrigo, den späteren Herzog von Bisceglie. An der Taufe des Enkelkindes von Papst Alexander VI. Am 11. November 1499 in der Kapelle von Sixtus in St. Peter nahmen alle in Rom anwesenden Kardinäle teil.

Die politische Lage hatte sich da längst geändert. War die Ehe noch geschlossen worden, um die Borgias mit Neapel und Spanien zu verbÜnden, hatte sich die Familie inzwischen mit den Franzosen gegen Spanien und Neapel verbÜndet. Und so kam es zu schweren Konflikten zwischen Cesare Borgia und seinem Schwager, Alfonso Bisceglie.

Überfall und Ermordung von Alfonso Bisceglie

Am 15. Juli 1500 befand sich Alfonso dann nachts um elf Uhr auf dem Weg vom Vatikan zum Palazzo Santa Maria in Protico, hier wohnte er mit seiner Frau Lucrezia. Auf diesem Weg wurde der Schwiegersohn des Papstes auf dem Petersplatz Überfallen und schwer verletzt. Obwohl die Angreifer in der Überzahl waren und schwer bewaffnet, gelang es Alfonso, der als Prinz aus dem Haus Aragon eine hervorragende Waffenausbildung erhalten hatte, sich in den Vatikan zu retten. Wer der Drahtzieher dieses Überfalls war, wurde nicht geklärt. Im Vatikan wurde Alfonso allerdings von seinem Schwiegervater, Papst Alexander VI., bestens versorgt und auch von dessen eigenen Ärzten behandelt. Aus Furcht vor Gift wollte Alfonso auf diese Hilfe aber verzichten und der König von Neapel schickte seinen Leibarzt nach Rom. Lucrezia und ihre Schwägerin Sancia pflegten Alfonso. Am 18. August 1500 wurde dieser dann aber von Michelotto im Auftrag Cesares oder des Papsts selbst ermordet. Michelotto Corella war ein Hauptmann in Cesar Borgisas Dienste. Lucrezia und Sancia sollen sich ihm und seinen Männern noch entgegengestellt haben. Darauf hin soll Michelotto erklärt haben, er fÜhre nur einen Befehl aus. Lucrezia und Sancia sollen sich dann zum Papst begeben haben, um den Haftbefehl, um den es laut Michelotto ging, aufheben zu lassen. Als die beiden Frauen zurÜckkehrten, fanden diese Alfonso erdrosselt vor.

Cesare Borgia wohl der Mörder von Lucrezia Borgias Ehemann

Cesare Borgia oder sein Vater, Papst Alexander, hatten wohl gehofft, dass Alfonso Bisceglie an den Verwundungen des ersten Überfalls sterben wÜrden. Als dieser sich aber mehr und mehr erholte, griff man wohl zu Mord, um ihn los zu werden.

Ob nun Cesare Borgia und/oder Alexander alleine oder gemeinsam den Mann von Lucrezia ermorden ließen, ist nicht mehr zu klären. Lucrezia zog sich nach dem Tod ihres zweiten Mannes erst einmal, aber nicht fÜr lange, aus Rom zurÜck.

Lucrecia Borgia Männer

Lucrecia Borgia wie auch ihre drei BrÜder wurden von ihrem Vater zwar geliebt, sie waren aber dennoch auch wichtige Figuren in seinem Spiel um die Macht. Allerdings war es im 15. Jahrhundert auch in anderen adligen Familien durchaus Üblich, Kinder, insbesondere Mädchen, vorteilhaft zu verheiraten, um so der eigenen Familie etwas gutes zu tun. Im Falle der Familie Borgia ging es dabei um Macht:
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