Lucrezia Borgia als Herzogin von Ferrara

Nach dem Tod ihres Vaters, Papst Alexander VI., und der Vertreibung ihres Bruders Cesare Borgia, war Lucrezia Borgia nun nicht mehr nur eine Figur auf dem Schachbrett familienpolitischer Machtpolitik. Lucrezia blieb an der Seite ihres dritten Ehemanns Alfonso und wurde nach dem Tod ihres Schwiegervaters, Ercole, Herzogin von Ferrara. Auch weil sich ihr Mann wie auch die Bevölkerung von Ferrara nach dem Tod von Papst Alexander gegen eine Scheidung von der Papsttochter ausgesprochen hatte.

Am Hof von Ferrara versammelte Lucrezia nun als Kunstmäzenin die berÜhmtesten KÜnstler, Schriftsteller und Gelehrten der Zeit um sich. Der Dichter Filippo Strozzi widmete der Herzogin von Ferrara das berÜhmte Rosengedicht:
Rose, der Erde entsprossen, vom Finger gepflÜckt. Warum erscheinet schöner als sonst Dein farbiger Glanzß Färbt Dich Venus aufs neueß Hat Lucrezias Lippe Dir im Kusse so hold schimmernden Purpur verliehnß

Allerdings kam es in der Familie d'Este in dieser Zeit auch zu einer Reihe von UnglÜcksfällen und so zog sich die Herzogin mehr und mehr zurÜck und widmete sich dem religiösen Leben. Viel Zeit verbrachte Lucrezia in Klöstern, sie unterstÜtzte diese und auch die Hospitäler im Herzogtum zudem finanziell. Ihr Mann betraute sie zudem mit Staatsangelegenheiten und so erwarb sie sich auch als Regentin von Ferrara große Anerkennung. Im Mai 1506 erließ die Herzogin ein Gesetz, das den Schutz der Juden in Ferrara und eine Bestrafung der Schuldigen sicherstellen sollte.

Von Schicksalsschlägen blieb Lucrezia Borgia nicht verschont. Dichter Strozzi war im Juni 1506 an der Ecke des Palastes Este tot aufgefunden worden, sein Körper war mit zweiundzwanzig Wunden Übersät. Der Mörder oder die Mörder wurden nie gefasst oder wenigstens ermittelt. Und im August 1512 starb der älteste Sohn Lucrezias aus ihrer zweiten Ehe, ihr gemeinsamer Sohn mit Alfonso von Aragon.

Im Jahr 1513 zogen die Franzosen vor der Schlacht von Ravenna durch Ferrara. Lucrezia gab ihren FÜhrern einen Empfang und es gab ein Lobgesang auf die glorreiche FÜrstin.

Die Unternehmerin Lucrezia Borgia

In Norditalien erwarb Lucrezia scheinbar wertloses Sumpfland, ließ es mit Hilfe von Entwässerungsgräben und Kanälen trockenlegen und nutzte es anschließend als Weide- oder Anbauland von Getreide, Bohnen, Oliven, Flachs und Wein. Innerhalb von sechs Jahren kaufte sie in Norditalien bis zu 20.000 Hektar Land und erwirtschaftete damit große Gewinne.

Tod von Lucrezia Borgia

Ihr Vater war schon 1503 gestorben, ihr Bruder Cesare Borgia 1507. Auch Lucrezia Borgia war kein langes Leben gegönnt. Die Herzogin von Ferrara starb im Besein ihres Ehemanns und von diesem tief betrauert in der Nacht des 24. Juni 1519 in Belriguardo bei Ferrara an Kindbettfieber im Alter von 39 Jahren.

Die Herzogin von Ferrara war bereits iM Herbst 1518 während ihrer Schwangerschaft schwer erkrankt. Am 14. Juni 1519 kam nach einer komplizierten Geburt Tochter Isabella Maria zur Welt. Das Mädchen starb bereits am Tag der Geburt. Am 22. Juni 1519 diktierte Lucrezia Borgia noch einen Brief an Papst Leo X. In dem sie von ihrem nahendem Tod schreibt. Am 24. Juni stirbt die FÜrstin dann.

Das Grab der Lurcezia Borgia befindet sich heute biem Chor des Klosters Corpus Domini in Ferrara.

Zeit nach dem Tod von Lucrecia Borgia